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Gesichtsfeld-Untersuchung (Perimetrie)

Das Gesichtsfeld (GF) ist die Gesamtheit aller Richtungen, aus denen von einem auf einen definierten Punkt fixierenden Auge gleichzeitig Licht wahrgenommen wird.

Die Gesichtsfelduntersuchung (Perimetrie) dient dem Nachweis von Defekten des GF. Die Prüfung erfolgt jeweils monokular (anderes Auge abgedeckt).

Eine heute weniger gebräuchliche Methode ist die kinetische Perimetrie (z.B. mit dem Halbkugelperimeter n.GOLDMANN). Bei dieser Untersuchung werden dem Probanden bewegte Lichtreize standardisierter Größe (Marke I - V), Lichtstärke (1 - 4) und Transmission (a - e) angeboten, während er eine zentrale Marke fixiert. Die Lichtmarke wird von der Peripherie in Richtung Zentrum in gleichmäßiger Geschwindigkeit in Abständen von 15° - 30° geführt. Sobald der Patient das Lichtsignal wahrnimmt, gibt er ein Signal und die Position wird vom Untersucher auf einem Dokumentationsbogen vermerkt. Die Verbindungslinie der Markierungspunkte ergibt eine Isoptere. Die Gesamtheit der Isopteren für die verschiedenen Marken und Intensitäten ergibt das GF.

Die kinetische Perimetrie war früher das Standardverfahren, heute wird sie vorwiegend noch bei neurologischen Fragestellungen und Gutachten verwendet. Für Blindengeldgutachten ist die kinetische Perimetrie auch heute noch verpflichtend vorgeschrieben.

Das Standardverfahren heutzutage insbesondere in der Glaukom-Verlaufskontrolle ist die computergesteuerte, statische Schwellenwertperimetrie. Hierbei wird je nach Programm und Gerätetyp an bestimmten GF-Orten durch Veränderung der Helligkeit der Schwellenwert bestimmt, an dem der Proband den Stimulus gerade noch wahrnehmen kann. Änderungen des Schwellenwerts werden logarithmisch in dB (Dezibel) angegeben.

Das anatomische Korrelat des Gesichtsfeldausfalls ist der Untergang von Ganglienzellen der Netzhaut. Gesichtsfeldausfälle sind jedoch mit den üblichen Verfahren erst nach dem Verlust von mindestens 20 - 50 % der Ganglienzellen nachweisbar. Gesichtsfeldausfälle können nur dann als bewiesen gelten, wenn sie bei mehrfacher Prüfung in Lokalisation und Ausdehnung reproduzierbar sind.   

  • Gesichtsfeldausfälle werden Skotome genannt, man unterscheidet je nach Tiefe des Defekts relative und absolute Skotome (keine Wahrnehmung auch bei maximaler.Leuchtdichte).
  • Die Eintrittsstelle des Sehnerven in den Augapfel wird blinder Fleck genannt und erzeugt im Gesichtsfeld ein absolutes Skotom an typischer Stelle (Physiologisches Skotom)
  • Die normalen Gesichtsfeldaußengrenzen sind nasal und oben 60°, unten 70° und temporal 100° vom Fixationspunkt entfernt. Das zentrale Gesichtfeld befindet sich innerhalb 30 ° .
  • Ein Zentralskotom kann als Ursache eine Maculaläsion, einen Papillenschaden oder eine Retrobulbärneuritis haben.
  • Ein Bjerrumskotom ist ein bogenförmiger Gesichtsfeldausfall im oberen Halbfeld vom blinden Fleck ausgehend, der z.B. bei fortgeschrittenem Glaukom vorkommt.
  • Eine Hemianopsie ist ein Ausfall von Gesichtsfeldhälften, eine bitemporale Hemianopsie ist ein typisches Symptom eines Hypophysenadenoms.
  • Ein homonyme Hemianopsie nach rechts oder links kann die Folge eines schweren Schlaganfalls sein.

Benefit

Die Untersuchung des Gesichtsfeldes ist als Bestandteil der Diagnostik bei allen neurologischen Fragestellungen, der Abklärung von Kopfschmerzen und bei der Glaukomverlaufskontrolle unver-zichtbar und kann die entscheidenden Hinweise auf den Ort der Schädigung, bzw. auf die Pro-gression eines Krankheitsverlaufs liefern.